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Sandra Schütz



HMu-Artistin Sandra Schütz


Sie arbeitet erfolgreich als HMu-Artistin und betreibt seit 2008 die Location SUITE 201 in Hamburg-Eilbeck. Mit perfect ART BUYING spricht sie über ihre Arbeit und die Beauty-Trends in 2010.




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Erzähl uns doch bitte zunächst ein wenig über deinen Werdegang!
Oh ich wusste schon in der vierten Klasse – Sekretärin und Friseurin werde ich NIE! Tja klassischer Fall von erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Nach dem Beenden der Schule hatte ich endlich DEN Beruf für mich gefunden: Maskenbildnerin. Voraussetzung für diesen Beruf war aber eine Friseurausbildung – Entsetzen pur! Aber dann habe ich in den sauren Apfel gebissen und eben selbige begonnen. Während der Ausbildung hatte ich Gelegenheit beim Film- und Theater reinzuschnuppern und festgestellt, dass mir diese Welt gar nicht so sehr liegt und mich daher erst mal für einen Job auf einem Kreuzfahrtschiff beworben. Nachdem ich dann 2 Monate „zur See“ gefahren bin, habe ich mich nach neuen Möglichkeiten umgesehen und bin auf den Beruf der Visagistin gestoßen. Die Ausbildung führte mich nach Hamburg – ja und hier bin ich immer noch und heute mit meinem Beruf sehr glücklich.

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften, um in der Fotobranche dauerhaft arbeiten zu können?
Gute Nerven und sich nie auf dem Erfolg von heute auszuruhen. Die Fototage sind einfach zu teuer um jemandem Fehler zu verzeihen - wir haben jeden Tag erneut nur eine Chance.

Was unterscheidet dich von der Konkurrenz?
Die Vielfältigkeit würde ich sagen, da ich wie man so schön sagt „vom Haar komme“ bin ich für sämtliche Bereiche einsetzbar. Make-up, Hairstyling, Schneiden, Färben und Extensions. Außerdem habe ich ein Faible für Perfektion. Auch Einfühlungsvermögen ist wichtig, speziell bei Jobs mit Laien und Celebrities muss man seinen persönlichen Geschmack auch mal hinten anstellen, da es am wichtigsten ist, dass die Personen sich wohl fühlen.

Wie hat sich das Business seit deinem Karrierestart verändert?
Es wäre schön etwas Positiveres sagen zu können, aber es ist härter geworden. Da überall der Sparfuchs rumstrolcht ist das Tagespensum häufig viel höher als früher und manchmal ist es schwierig dem persönlichen Qualitätsanspruch gerecht zu werden.

Wie sieht die Bandbreite deiner Kunden aus?
Hauptsächlich bin ich ein „Fotokind“ und in diesem Bereich ist alles vertreten von redaktionell über PR/Werbung bis zu Celebrities – jeder Tag eine andere Herausforderung...

Wie kann man sich als Künstler heutzutage gegen die Konkurrenz durchsetzen?
Das ist in einem Beruf, der hauptsächlich von der Kreativität lebt nicht so leicht zu benennen. Denn die persönliche Sichtweise und Umsetzung der Looks macht jeden Artisten einzigartig und findet so seinen „ Fanclub“.

Gibt es durch die Wirtschaftskrise Veränderungen innerhalb des Marktes, die sich bemerkbar machen?
Ja, man merkt schon, dass weniger produziert wird, aber das betrifft denke ich im Moment jede Branche. Jeder steht unter enormem Leistungs- und Erfolgsdruck. Aber wo eine Talsohle ist, geht es auch wieder den Berg hinauf.

Wie stark ist der deutsche Markt deiner Meinung nach?
Grundsätzlich ist der deutsche Markt eher ein stabiler – da wir ohnehin eine „all year season“ haben – Deutsche neigen eher dazu sich "um den Verstand" zu sparen und so auch mal den einen oder anderen Zug in Richtung Zukunft zu verpassen.

Wie verläuft für dich ein typischer Tag als HMu-Artistin?

Das kommt darauf an, wo dieser Tag beginnt: im Studio, auf Location oder auf Reisen in meinem Hotelzimmer. Der Großteil beginnt morgens im Studio, dort bespricht man sich erst mit dem Kunden/in was Thema und Look-Wunsch des Tages sind, manchmal gibt es auch ein vorab Briefing, dann kann ich sofort loslegen. Je nach Job wird gemeinsam erarbeitet welche Motivreihenfolge am effizientesten ist. Dann fange ich an mit Finger - und Fußnägeln, Augenbrauen, Make-up, Haare und los geht’s zum ersten Foto. Im Laufe des Tages werden passend zum Outfit Haar und Make-up immer wieder etwas verändert und abends hat man alles geschafft. Optimalerweise ist der Kunde glücklich.

Stimmt das Klischee, dass sich vor allem Frauen für Berufe im Model-Business interessieren?
Nein ich denke nicht, aber es kommt auf den jeweiligen Beruf an. In der Fotografie und der Werbung dominieren eher die Männer, bei den  Redaktionen und Models die Frauen und bei den restlichen Berufen Styling, Haare und Make-up ist das Verhältnis eher gemischt.

Wie gefällt dir die Idee, eine Plattform für die Darstellung von kreativen Arbeiten ins Netz zu stellen, in Kombination mit einer detaillierten Modeldatenbank auf der professionelle Agenturen ihre Modelle gebündelt präsentieren können?
Das finde ich super, denn Zeit ist ein immer knapper werdendes Gut und je mehr gebündelte Informationen auf einen Click zu erhalten sind, umso besser! Ein Fototeam besteht nun mal hauptsächlich aus lauter Freiberuflern und ehe man die alle einzeln mühsam zusammen gesucht hat, gibt es hier die Möglichkeit alles auf einer Plattform zu finden.

Wie häufig bist du an einem kreativen Shooting beteiligt?
Wenn es sich um einen Job handelt, bin ich natürlich in der Regel an eine Vorgabe gebunden und der Spielraum zur individuellen Entfaltung ist kleiner. Bei freien Arbeiten bin ich jedoch an dem gesamten Prozess beteiligt, Model-Auswahl und der kreativen Umsetzung. So ein Shooting wird ja dann als persönliche Referenz benutzt.

Kannst du uns dein Traum-Shooting beschreiben?
Es ist ein wenig kitschig, aber seit meiner Zeit auf dem Schiff wollte ich immer unbedingt eine Folge Traumschiff schminken. Aber es kam noch besser. Für eine Modeproduktion flogen wir nach Monaco auf die MS Deutschland (Das Traumschiff). Es war wunderbar, als Fototeam darf man ja überall hin - und draußen arbeiten in der Sonne ist ohnehin super. Da hat man dann fast vergessen, dass der Wecker um 4.30 Uhr geklingelt hat. Abends noch an Deck sitzen mit einem Mai Thai und das Schiff legt am Kai an - übrigens mit der originalen Traumschiff-Melodie!

Die Suite 201 ist eine wunderschöne Location, die du vermietest.
Erzähl uns bitte ein wenig darüber.

Nun ja, eigentlich wollte ich in einer Fabrik wohnen, aber in Deutschland hat man das ja nicht so gern. Da ich trotzdem nicht auf die Fabrik verzichten wollte, habe ich ein Fabrikloft gewerblich gemietet um es als Atelier und Location einzurichten. Im Gegensatz zu Privatwohnungen, wo man immer etwas gehemmt arbeitet, kann man hier überall reingucken und alles benutzen. Da ich ja aus dem Job bin, kenne ich die Bedürfnisse, die  für ein angenehmes Arbeiten nötig sind. Ob alle Möbel umgeräumt werden für eine Wäscheproduktion mit der Brigitte oder ob mitten im Wohnzimmer ein Weihnachtsbaum für C&A steht – kein Problem, mir ist wichtig dass sich die Teams wohlfühlen.

Wie sehen die Beauty-Trends für das Jahr 2010 aus?
Da ist für jeden was dabei. Der Sommer wird wieder "Blond" in allen Schattierungen und wer ganz trendy sein will blondiert die Augenbrauen gleich mit. Smokey Eyes sind ja nicht tot zu kriegen, aber auch ein bisschen Farbe kommt ins Spiel – Lidschatten in türkis, aqua, grün von kräftig bis pastell. Der Lidstrich feiert ein Comeback und auch das Nude Make-up ist auch noch nicht vom Tisch, sondern wird ein wenig belebt mit leichtem Bronzeschimmer und einem Hauch fruchtigen Farben für die Lippen. Die Dame von Welt kann sich dem Glamour-Look der 40er hingeben mit großen Wellen und rotem Mund und die Tochter kann ihr lässig zerzaustes Haar zu einem lockeren Zopf flechten oder einen Nackenknoten stecken.

Vielen Dank, Sandra!

Isabel Dwinger vom perfect ART BUYING-Team



SANDRA SCHÜTZ / HMU-ARTISTIN

Ausbildung Friseurmeisterin Visagistin

Location: www.suite201.de

Agentur: www.closeup-agency.de

E-Mail: rezeption@suite201.de

Aktualisiert (Sonntag, den 27. Juni 2010 um 20:23 Uhr)

 
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